Zwei Wochen Inkas und eine Woche Löwen und Godzilla

oder: Falscher Start und viel Abwechslung in Südamerika

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Prolog

Wir standen auf dem Empire State Building und genossen den herrlichen Blick über New York. Der Himmel war wolkenlos und wir hatten eine herrliche Fernsicht. Unter uns in den Straßenschluchten sahen wir die typischen gelben Taxis, vor uns lag der Hudson-River, die Statue of Liberty und das Hochhäusermeer Manhattans. Wir waren die 42te Straße entlang geschlendert, am Time Square vorbei, über den Broadway fast bis zum Chrysler Building. Wir wollten noch die 5th Avenue zum Rockefeller Plaza mit der Eisbahn und dann zum Central Park. Das alles war ein volles Programm für knapp 5 Stunden und für jemanden der New York besuchen möchte ein erster interessanter Stadtrundgang. Nur wir wollten gar nicht nach New York. Wir wollten nach Lima.

Ein paar Monate zuvor verkündete mir Sandra, meine langjährige Reisegefährtin, dass sie plane drei Monate durch Südamerika zu reisen und ob ich nicht Lust hätte, sie die letzten zweieinhalb Wochen durch Peru zu begleiten. Ich stimmte zu und erweiterte die Tour um eine Woche Galapagos, so dass wir nun dreieinhalb Wochen unterwegs waren. Da wir beide des Spanischen nicht mächtig sind, entschieden wir uns eine organisierte Gruppenreise zu unternehmen. Unsere Wahl fiel auf den Südamerika-Spezialisten viventura. Im Vorfeld lernte ich per Chat schon einen Großteil der Reisegruppe kennen unter anderem Bruno, der aus Köln kam und mit dem ich gemeinsam zum Flughafen Frankfurt fuhr. Dort begann unsere Odyssee.


Es hatte geschneit in Frankfurt, meterhoch. Es wurden über 600 Flüge annulliert. So auch unser Flug nach Madrid wo wir eigentlich nach einem Zwischenstopp in Richtung Lima weiter fliegen sollten. Wir wurden umgebucht. Mit der Lufthansa ging es zunächst nach New York, wo wir etwa 8 Stunden Aufenthalt hatten und dann weiter mit der LAN nach Lima.

Ich wollte nie in die USA. Allein die paranoid klingenden Sicherheitsmassnahmen bei der Einreise waren wir sehr suspekt. Nun wurde ich mehr oder weniger gezwungen meine Fingerabdrücke und mein Konterfei den US-Behörden zu hinterlassen. Positiv war, dass die gesamte Einreiseprozedur für die Insassen des Lufthansa-Airbus keine zwanzig Minuten dauerte.

Mittlerweile hatten wir die restlichen deutschen Teilnehmer unserer Reisegruppe ausfindig gemacht und waren nun zu sechst. Wir waren uns sofort einig, die Zeit zu nutzen, um uns Manhatten anzuschauen. Mit der U-Bahn fuhren wir also ins Zentrum, besichtigten Big Apple und kehrten fusslahm und müde zum Flughafen zurück, wo uns der nächste Schock erwartete. Wir waren bei der LAN nur auf der Warteliste. Nach dem der Flug geschlossen war, blickten wir nun hoffnungsvoll auf die Angestellten der LAN, ob sie wohl noch etwas frei hatten. Und sie hatten. Wir kamen alle mit. So lagen wir die erste Nacht unserer Reise nicht im weichen Hotelbett in Lima sondern in den abgenutzten Economy-Sitzen einer Boeing. Da ich ziemlich geschafft war, schlief ich trotzdem ein wenig.