Zwei Wochen alte Herren und eine Woche Morna und Fado

oder: Falscher Wind am Anfang und Regen am Ende

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Prolog

Jedes Jahr im Frühjahr ärgern mich die Fortpflanzungsversuche der Erlen, Haselnüsse und Birken. Diverse medizinische Experimente brachten keine dauerhafte Besserung. So entschied ich mich in der Zeit Mitteleuropa zu verlassen um den Pollen ein Schnäppchen zu schlagen. Die Hochzeit der herumfliegenden Quälgeister ist meist im März. So suchte ich eine Reise für diese Zeit und wurde fündig bei der DSST. Die Deutsche Stiftung Sail Training bietet Segeltörns auf Großseglern an unter anderem auf der Alexander von Humboldt. Zwei Jahre zuvor war ich mit diesem Becks-Schiff, wie es viele Leute auch nennen, schon in der Karibik unterwegs gewesen. Ich wusste also in etwa auf was ich mich da einließ, als ich den Törn von den Kanaren zu den Kapverden buchte. Sandra, meine mittlerweile langjährige Reisebegleitung, kam auch wieder mit. Im Anschluß an den Törn hatten wir noch ein paar Tage Strand und Stadt gebucht. Ersteres in Form eines Hotel in Santa Maria auf der Insel Sal, letzteres als Zweitages-Stopover in Lissabon auf dem Rückflug.

Grand Canaria

Nach vielen Urlaubsreisen stand mir zum zweiten mal in meinem Leben ein Charterflug bevor. Die Fluggesellschaft, die sich nach dem größten Geier Südamerikas benannt hat, sollte mich auf die Urlaubsinsel Grand Canaria befördern. Vorher hatte ich mich erkundigt, dass wohl mittlerweile auf diesen Flügen das Rauchen nicht mehr erlaubt ist. Jetzt war ich nur noch gespannt, ob wirklich bei der Landung geklatscht wurde. Als ich das Flugzeug betrat, sank der Altersdurchschnitt der Fluggäste auf unter fünfundsechzig. Es war zu merken, dass in der Vorsaison viele Rentner in den Frühling flogen. Sie waren auch recht interessiert, als sie hörten was ich so vorhatte und meinten, dass sowas ja nun nichts mehr für sie sei. Innerlich stimmte ich zu und obwohl ich mich nett mit ihnen unterhielt, freute ich mich doch auf die junge Crew des Schiffs und Mitsegler in meinem Alter. Im Stiftungszweck der DSST ist dies als erstes nachzulesen: “Zweck der Stiftung ist es, als gemeinnützige Einrichtung geeignete Sail Training Schiffe zu beschaffen und zu betreiben, um vornehmlich jungen Menschen, insbesondere Jugendlichen, unter fachkundiger Leitung ein außergewöhnliches Erlebnis auf See zu bieten...“.
In Grand Canaria fuhr ich sogleich zum Hafen von Las Palmas und dort erwartete mich auf der Alex, wie das Schiff auch genannt wird, Sandra, die bereits ein paar Tage auf Grand Canaria verbracht hatte. Nach der Begrüßung folgte gleich die erste Anstrengung. Ein Getränkelaster schlich um den Pier und wir konnten kurze Zeit später etliche Kästen Becks an Bord schleppen. Also die Versorgung mit dem richtigen Bier war schon einmal sichergestellt. Es ging aber das Gerücht, dass wir am nächsten Tag noch Proviant für drei Törns zu bunkern hätten. In der Hoffnung, dass die Tonnen von Lebensmittel noch am selben Tag kämen, machte ich mich von Bord mit dem fadenscheinigen Vorwand, mir mal Las Palmas ansehen zu wollen. Die einfachen Tricks klappen meist am Besten.
Nachdem ich eine Weile durch die Stadt geschlendert war und meine Füße meinten, nach einem bewegungsarmen Bürowinter sich deutlich bemerkbar machen zu müssen, stieg ich einfach in den erstbesten Bus und ließ mich durch die Gegend fahren. Laut meines Stadtplans fuhr er auch genau in die von mir gewünschte Richtung. Allerdings versäumte ich es an einer für mich wichtigen Haltestelle rechtzeitig die Stopp-Taste zu drücken uns so fuhr der Bus aus der Stadt heraus in die Berge und hielt erst nach gefühlten zwanzig Kilometern in einem Uni-Campusgelände auf einem Berg wieder an. Nicht nur dass ich jetzt an einem mir völlig unbekannten Ort war, mein Stadtplan war auch bei weitem ausgereizt. Ich hatte keine Ahnung wo ich war. Ich stieg beim ersten Halt aus und versuchte einen Studenten nach meinen Rückfahroptionen zu fragen. Er konnte weder englisch noch deutsch. Was studieren die hier eigentlich? So ging ich einfach zu der gegenüberliegenden Haltestelle der gleichen Busnummer und nahm den dann kommenden Bus. Immerhin war ich ja auf einer Insel und musste nicht befürchten in einem Überlandbus zu landen, der erst nach vier Tagen Fahrt zum tanken hält. Tatsächlich fuhr er denselben Weg wieder zurück und freudig erregt drückte ich rechtzeitig das Haltesignal um kurz darauf an der von mir geplanten Haltestelle auszusteigen. Ich schaute mir noch die Kathedrale an, schlenderte durch die Fußgängerzone und fuhr zurück zum Hafen.
Auf dem Schiff waren schon etliche Mitsegler eingetroffen und es wurde das erste Abendbrot vorbereitet. Sandra fragte mich, ob ich gleich die erste Backschaft mit machen wolle und ich bejahte. So deckten wir die Tische und versorgten die hungrigen Mäuler.
Der Abend fand seinen Ausklang bei einer Flasche Wein und dem ersten gemeinsamen Kennenlernen. Dies fand sowohl in der Form statt, dass wir zusammensaßen und uns über allerlei Dinge unterhielten. Einen anderen Mitsegler lernte ich aber auf eine viel eindrucksvollerer Art kennen. Es handelte sich um Horst. Er schlief in meiner Kammer im Bett neben mir. Schon als ich den Niedergang herunterkam, dachte ich in Gedanken daran Kontakt mit WWF oder ähnlichen Organisationen aufzunehmen, die gegen das Abholzen von Wäldern kämpfen. Die Geräusche, die aus Horsts Koje drangen, bewegten sich um die einhundert Dezibel und eine Kettensäge unterscheidet sich nur durch ihren gleichmäßigeren Klang. Horst hatte aber ein abwechslungsreiches Repertoire. Er gluckste bisweilen, dann war er auch schon mal ein paar Sekunden ganz leise bevor er wieder einen Schnarcher explodieren ließ. Interessant waren seinen Aussetzer. Sie erinnerten an Motorengeräusche einer frisierten Harley-Davidson, wenn die eine oder andere Fehlzündung ahnungslose Spaziergänger an den Rand eines Herzinfarktes bringt. Das schlimmste war aber, wenn er nach längerem gleichmäßigem Geschnarche plötzlich mit einem nur ihm eigenen Gluckser plötzlich die Geräuschkulisse beendete und keinen Ton mehr von sich gab. Stand ich gerade trotz der Lärmbelästigung kurz vorm Einschlafen, war ich nun hellwach, da plötzlich etwas fehlte. Die Sorge um das Wohlergehen unseres Sägewerks wurde dann aber nur Sekunden später von einem an Donnerschlag erinnernden Laut je unterbrochen und ich konnte erneut versuchen, neben einem Flugzeugtriebwerk in sanfte Träume zu entschwinden.
Am nächsten Morgen erfolgte nach dem Frühstück die Einteilung der Wachen. Ich war mit Sandra gemeinsam in der 8-12 Wache, der Alten Herren Wache, wie sie auch genannt wird. Das rüht daher, so klärte uns ein Matrose auf, dass traditionsgemäß die erfahrensten See- und Steuerleute diese Wache führen und auch der Kapitän gerne zu dieser Wachzeit vorbei schaut. Daher handelte es sich oft um die alten Herren. Unser Steuermann war Heinz und die Jüngste in unserer Wache war auch gleichzeitig die Toppsmatrosin. Das hieß, sie hatte das Sagen über uns und übersetzte Heinz' Fahrwünsche in Segelmanöver. Unsere Wache selbst setzte sich aus zwei Altersgruppen zusammen. Auf der einen Seite fand ich Mitsegler in meinem Alter und jünger, die zum Großteil zur Stammcrew gehörten. Die andere Hälfte war ausschließlich männlich und zwischen Mitte fünfzig und siebzig Jahre alt. Tja, da hätte ich den Wortlaut des Stiftungszwecks bis zum Ende lesen müssen: „Bei Vorrangigkeit der Förderung der Jugendpflege kann im Rahmen der vorstehenden Aufgabenstellung auch älteren geeigneten Personen die aktive Beteiligung am Sail Training ermöglicht werden“.
Zwei ungünstige Umstände ließen es noch nicht zu auszulaufen. Einerseits hatten wir Südwind, der in der Gegend des Nordostpassats recht ungewöhlich ist und andererseits fehlte uns noch Proviant, viel Proviant. Da wir nach Süden segeln und auf der Reise auch etwas essen und was anderes als Becks trinken wollten, blieb uns nichts weiter übrig als zu warten. Nach dem Mittag kam der erste LKW. Wir erfuhren, dass wir für drei Törns bunkern müssten, da die zwei Nachfolgetörns weder auf den Kapverden noch später auf den Azoren ein Chance hätten etwas einzukaufen. So verbrachten wir den Nachmittag damit etwa sechs bis acht Tonnen Proviant mittels Menschenketten unter Deck zu schaffen. Bei diesen Mengen hatten wir sogar auf einem dreiundsechzig Meter langem, acht Meter breitem Schiff mit knapp fünf Metern Tiefgang Probleme genug Stauraum zu finden. Die letzten Dosen wurden mittels komplizierter Stapeltechnik in den Fuß des Großmastes eingepasst. Er hieß auf der Reise dann auch Dosenspender.
Beim Abendessen waren wir alle ziemlich geschafft und der Kapitän versuchte mit einem Gratis-Becks pro Person die Stimmung zu heben. Aber wir hatten neben der Schinderei auch eine Menge Spaß und so waren wir abends wieder bei bester Laune und auch die zweistündige Hafenwache zu der ich mich freiwillig meldete, verflog wie im Fluge.
Wie verrückt muss einer sein, der viel Geld für einen Urlaub ausgibt und dann auch noch freiwillig schuftet?

Auf See

Endlich ging es los. Am Morgen nach dem Frühstück legten wir ab. In der Region des Nordostpassats kann es wohl schon mal vorkommen, dass Südwind auftritt, aber dann höchstens drei Tage. Und daran hielt sich Gott sei Dank auch der Südwind. Pünktlich am vierten Tag setzte der Nordostwind ein und wir setzten fast alle Segel und verließen den Hafen von Las Palmas. Wir waren die erste Wache, die nun auf den Atlantik zusteuerte und achtern die Insel verschwinden sah. Für die erste Nacht wurde Regen prophezeit. Er kam wohl auch, aber nicht zur Zeit unser Nachtwache. So zogen wir zwar bestens gerüstet mit Regenjacken und -hosen an Deck, brauchten sie aber nicht. Dafür machte uns Heinz mit einer seiner Traditionen bekannt. Er war der Auffassung, dass die letzte Nachtwachstunde immer die längste ist. Nun ist sie auch wie die anderen auch genau eine Stunde lang, aber er meinte die gefühlte Zeit. Um diese zu verkürzen, setzte er auf die Bismarckformel Zuckerbrot und Peitsche. Um elf Uhr offerierte er zwei Tafeln Schokolade um unsere Endorphinproduktion anzukurbeln und uns glücklicher zu fühlen. Um halb zwölf wurde dann das oberste Segel am Dosenspender eingeholt, die Sky. Natürlich durchschaute ich diesen Plan recht schnell und entwickelte eine Gegenstrategie. Ich meldete mich zum vierten Rudergänger. Das bedeutete nun, dass ich die letzte Stunde am Ruder stand, Schokolade bekam und auf Grund der Dunkelheit nicht mal sehen konnte, wie der Rest der Wache an den Tampen riss um ein Segel einzuholen.
Am Ende der Wache, kurz nach Mitternacht, trafen wir uns noch bei ein paar Fröschen, wie die grünen Becks Flaschen auch gerne genannt werden. Und ich musste mich nicht einmal bewusstlos trinken, da die Säge neben mir in der Kammer die 0-4 Wache gezogen hatte und nun oben an Deck mit seinen Brunftgeräuschen versuchte paarungswillige Blauwale anzulocken. Die harmlosen Schnarcher, die ab und zu von meinem Untermann an mein Ohr drangen, kosteten mich nicht mal ein müdes Lächeln.
Kaiserschmarren und Apfelmus erwarteten mich nach dem sanften Wecken durch Uschi. Kann ein Tag schöner beginnen? Sicher, aber ein Pool und ein Jazz-Brunch in einer grünen Gartenanlage waren an Bord nicht vorhanden.
Die Wache war ruhig in jeder Hinsicht. Wir segelten im Nordostpassat, da gab es nicht viel zu tun. Nicht mal viel zu sehen beim Ausguck, nur das Meer und ein Fischverarbeitungsschiff, welches uns Steuerbord passierte. Das Aufregende an dem Tag war eine Schule Delfine, die zum Abend kam und in unserem Bugwasser herumtollte.
Auf der Nachtwache spielen wir Tampenjagd. Das bedeutete, dass unser Toppsi einen speziellen Tampen – für die Landratten: Seil mit dem man Segel setzt und einholt – nannte und wir ihn versuchten zu finden. Im Dunkeln wohlgemerkt. Beim anschließenden Wachbier erklärte uns Heinz, wie er Berlin architektonisch umgestalten würde.
Uns standen einige Tage segeln ohne Landgänge und großartigen Manövern bevor. Der Nordostpassat schien konstant zu bleiben und so sollten sich die Wachen relativ ruhig gestalten. Dies ahnte auch unser Bootsmann. Unter der fadenscheinigen Ankündigung einer Veranstaltung zum „Erhalt und Pflege eines hundertjährigen Traditionsseglers“ erklärte er uns, was er alles an Bord für ausbesserungswürdig befand und schnürte Arbeitspakete, die sich auf Freiwilligenbasis abzuholen waren. Sein größtes Projekt war die Erneuerung eines Niedergangs. Die Übersetzung für Landratten: Abbau, Abschleifen, Malern einer Treppe zwischen zwei Decks. Wie verrückt muss einer sein, der viel Geld für einen Urlaub ausgibt und dann auch noch freiwillig schuftet?
Da auf unserer Wache nicht viel los war, setzte ich mich in die Sonne und schmirgelte an ein paar Blöcken rum.
Auf der Nachtwache vertrieben wir uns die Zeit mit Ratespielen. Tja, im Zeitalter von Fernsehen und Fernbedienung ein fast vergessener Brauch. Aber auch auf letzteres brauchten wir nicht verzichten. Olaf hatte ein Notebook mit, dass er für die Speicherung digitaler Fotos nutzen wollte. Beim Wachbier zeigte er uns diverse Trickfilmchen, die er dabei hatte und die uns vor Lachen die Tränen in die Augen trieben.
Die Maschinisten an Bord hatten in Bezug auf die Antriebsmaschine nicht viel zu tun, da wir segelten. Allerdings musste sie einmal gestartet und auf ihre Funktionsfähigkeit hin geprüft werden. Da dies aber nicht unter vollen Segeln passieren konnte, hatten wir auf der nächsten Morgenwache mal richtig viel zu tun. Alle Segel runter, Maschine starten und testen, alle Segel wieder rauf. Die Wache ging schnell rum.
Nach einem Schweinesteak zum Mittag hieß es kurze Sachen an und ab aufs Sonnendeck. Wie die Heringe in einer Dose lagen wir dicht an dicht und genossen das Sommerwetter und unsere Freiwache. Nach einiger Zeit wurde es mir aber doch zu lang und ich erkundigte mich beim Bootsmann, ob er noch irgendwas zu erneuern hätte. Er hatte. Zwei Lüftungsklappen waren von Rost zu befreien und mit einem neuem Anstrich zu versehen. Also klopfte ich Rost, trug Rostschutz, Grundierung und Farbe auf. Wie verrückt muss einer sein, der viel Geld für einen Urlaub ausgibt und dann auch noch freiwillig schuftet?
Der Sonnenuntergang gestaltete sich als extrem kitschig und fast alle standen romantisch an Deck rum, um zu sehen, wie das Meer den Feuerball zu verschlucken schien. Auf der Nachtwache setzte sich die Romantik fort, der Sternenhimmel lockte einige Freiwachler an, die mit uns gemeinsam achtern ihre Astronomiekenntnisse auffrischten.
Der Gau ereignete sich nach der Wache. Es war kein Bier mehr im Kühlschrank. Die Romantik hatte wohl vor den Fröschen nicht halt gemacht. Gottseidank war der Hauptbierverantwortliche auf Wache und versorgte uns mit dem wichtigen Grundnahrungsmittel.
Am nächsten Tag hatte ich während der Wache Ausguck und stand versonnen auf der Back und schaute auf das Meer. Das war eigentlich zu über neunzig Prozent die Tätigkeit des Ausgucks auf der Fahrt. Diesmal hörte ich ein eigenartiges Schnaufen von Steuerbord. Mein erster Gedanke war Horst, aber es war zu gleichmäßig. Es handelte sich um einen einzelnen ziemlich großen Delfin oder ziemlich kleinen Wal. Da waren wir uns nicht einig. Er schwamm einige Zeit in unserer Bugwelle und alle Wachen bevölkerten nun meinen Ausguck, um den Meeressäuger zu sehen. Welch Unterschied zu der Ruhe zuvor.
Fisch mit Olivenmarinade und Schmorgurkengemüse auf Reis – ja unsere Köche wussten uns zu verwöhnen. Danach brauchte ich erst einmal eine Siesta und begab mich zum Nachmittagsschläfchen unter Deck. Aber was war das für eine Geräuschkulisse? Horst war krank und nicht auf seiner Wache sondern in seiner Koje. Den Geräuschen nach hörte er sich allerdings sehr gesund an. So gab ich alsbald mein Unterfangen auf malerte noch etwas an Deck herum.
Ein zweiter Horst war noch mit an Bord. Ich kannte ihn und seine Frau Renate noch von meinem Karibiktörn. Damals hatte Siggi, ein Maschinist, einige Fische per Langleine geangelt. Nun wollte Horst es ihm gleichtun und hatte sich einerseits bei Siggi professionellen Rat geholt, als auch das nötige Equipment dabei, um auf Beutezug zu gehen. Nur die Fische wollten nicht so recht. Aber wie damals bei Siggi gab es auch diesmal ein paar Spaßvögel an Bord, die Horsts Unterfangen für Schabernack nutzten. Gespannt und stolz etwas gefangen zu haben zog Horst an seiner Leine und nach kurzem Kampf holte er seinen Fang an Bord, eine Fischkonserve mit eingelegtem Hering. Horst nahm es mit Humor und ließ sich auch noch vom Steuermann Herwig den Fang quittieren mit Urkunde und Stempel.
Nach dem Abendessen trafen wir uns alle an Deck und der Kapitän verkündete, dass wir die Hälfte der Fahrt hinter uns hatten und gab ein paar Flaschen Sherry aus. Die waren aber nicht nur für uns bestimmt. Ohne Bestechung läuft heutzutage nämlich nicht mehr viel. Wir dümpelten den Tag mit nur 1,8 Knoten herum und kamen kaum von der Stelle. So opferten wir etwas Sherry Poseidon, um ihn für etwas mehr Wind zu gewinnen. Der Lohn der Aktion waren über sechs Knoten bei der Nachtwache. Ja, gut geschmiert läuft es gleich besser.
Olli war der Mann der Wache. Er hatte den Toppsi-Job übernommen und im Anschluss Geburtstag. Nachdem er uns diverse Rahsegel millimetergenau brassen ließ, gab er eine Runde Wachbier aus.
Am nächsten Tag hatte ich Backschaft. Dass hieß, ich hatte Küchendienst. Da es den ganzen Tag über viel zu tun gab verflog dieser auch recht schnell. Dazu kam noch der Geburtstagskuchen von Olli und die Vorbereitungen einer Sangria-Party. Eine große Niedergangs-Party stand am Abend an. Aus dem Kontext gerissen hört sich „Niedergangs-Party“ schon etwas makaber an. Aber es handelte sich um das Dankeschön des Bootsmanns an die Mannschaft Ihreres Einsatzwillens die Ausbesserungsarbeiten betreffend. Der Niedergang war wieder erneuert und wurde vom Bootsmann und dem Kapitän feierlich eröffnet. Es gab Sangria und Musik und eine Discokugel erzeugte noch mehr Sterne. Die ausgelegte Weihnachtsdekoration leuchtete und ich genoss meinen wachfreien Abend, während der Rest meiner Wache schon wieder aufgezogen war. Aber zur moralischen Unterstützung war ich pünktlich zur Schokoladenausgabe achtern und saß natürlich auch beim Wachbier mit den anderen zusammen. Da bin ich selbstlos.

Land in Sicht

Der ursprüngliche Plan vom Kapitän war es nach Mindelo auf Sao Vincente zu fahren um dort einzuklarieren. Allerdings war uns der Wind nicht so gesonnen und es war unwahrscheinlich, dass wir es bis zum Freitagmittag schaffen würden. Und da wir uns nicht sicher waren, wie lange kapverdianische Zollbeamte so arbeiten und es auch nicht im Selbstexperiment herausfinden wollten, sind wir auf kürzestem Wege nach Sal gefahren, um dort die Einreiseformalitäten zu erledigen. Nun lagen wir vor Palmeira, einer aufregenden Hafenstadt mit langen Piers, munterem Hafentreiben, großen Schiffen, Einkaufszentren, schmucken Hotels und einladenden Restaurants und wurden mit einer Parade empfangen. Wer jetzt denkt, dass hätte ich nicht auf einer so kleinen Insel im Atlantik erwartet, hat Recht. Die Realität sah so aus, dass wir vor einem ziemlich ärmlich wirkenden Hafen auf Reede lagen. An Land fielen uns große Öltanks auf, zerfallen wirkende Hafenanlagen und Häuser und die Schiffe, die neben uns herum lagen, hätten sich den Begriff 'Seelenverkäufer' durchaus rechtlich schützen lassen können. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich lange zögerte, mit dem Schlauchboot an Land zu gehen, aber die Neugier war stärker.
Palmeira war ein kleines Nest und vermittelte uns den ersten Eindruck vom Leben auf den Kapverden. Ein gewisser Carlos war unser Ansprechpartner vor Ort und klärte uns über sein paar Dinge auf den Kapverden aus seiner Sicht auf. Wir liefen in etwa einer Stunde den gesamten Ort ab, obwohl dafür wohl auch zwanzig Minuten locker gereicht hätten und fanden uns schließlich in einer Hafenkneipe zu Bier und Rotwein wieder. Was soll's – wir hatten nach sieben Tagen mal wieder Land unter den Füßen und mussten beim Bier trinken nicht auch schon im nüchternen Zustand darauf achten das Gleichgewicht zu halten.
Noch am selben Abend legten wir unter Segel ab und nahmen Kurs auf Sao Nicolau, einer westlichen Nachbarinsel. Wir hatten richtig viel zu tun auf der Wache, es kam Wind auf und die Segel waren zu brassen. Der Bootsmann wollte bei neun Knoten geweckt werden. Um ein Haar wäre sein so scherzhaft and die Wecktafel notiertes Ersuchen ins Auge gegangen, denn wir waren tatsächlich knapp unter neun Knoten. Als wir die Wache an die 0-4er übergaben, traten die erst einmal aufs Bremspedal. Sie fuhren wieder nur so sechs Knoten und auf der rechten Spur. Frei nach dem Motto 'Wir bremsen auch für Enten'.
Aber am nächsten Morgen hatten wir ja wieder Wache. Als erstes zogen wir wieder auf die Überholspur, setzten den Linksblinker und gaben Gas. Die Alex fing an zu vibrieren. Das tut sie bei etwa acht Knoten. Was sie bei über zehn Knoten macht, konnten wir leider nicht testen, denn da hatte Heinz Skrupel und ließ uns Segel einholen. Vielleicht hatte er auch Angst geblitzt zu werden. Jedenfalls hatten wir mit Abstand den Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Zehn Komma vier Knoten war unsere Spitze vermeldete Heinz stolz. Es schloss sich noch eine Halse an. Danach waren wir wirklich geschafft. In der Wache hatten wir wohl jedes Segel mindestens einmal eingeholt, gebrasst und wieder gesetzt. Wir sprachen hinterher davon, dass wir in vier Stunden Wache viereinhalb Stunden an Tampen gezogen haben. Der Lohn der Mühe war ein pünktliches Einlaufen in den Hafen von Taraffel zur Mittagszeit und Schwielen an den Händen, die erst sechs Wochen nach dem Urlaub weggingen.
Auch hier hatten wir wieder einen Kontaktmann. Er hatte uns eine Rundreise organisiert. Es standen sechs Jeeps für uns zur Verfügung mit denen wir die Insel erkunden sollten. Zunächst ging es entlang der Westküste über atemberaubende Serpentinen durch ein paar Dörfer in ein Bergdorf. Da fielen nun etwa fünfzig hellhäutige Hobby-Seefahrer in ein kleines kapverdisches Dorf, dass am Ende der Welt zu seien schien, ein und schlängelten sich keuchend und mit immer roter werdenden Köpfen die steilen Wege entlang, um am Ende wieder zurück zu ihren Jeeps zu stapfen. Das war schon ein Ereignis für die Dorfbewohner. Wahrscheinlich würden sie noch Monate später darüber lachen.
Wir fuhren zu einer Naturbucht. Das Meer hatte hier herrliche Auswaschungen hinterlassen. Eigentlich arbeitete es immer noch daran, wie einige unserer Mitreisenden am eigenen Leib zu spüren bekamen. Wenigstens trockneten die Sachen schnell bei dem Wind und der Sonne.
Zurück auf dem Schiff hatte ich von acht bis zehn Hafenwache mit Sandra. Das bedeutete, wir mussten vor allem aufpassen, ob sich das Schiff nicht vom Ankerplatz löste. Dies wurde durch regelmäßiges Peilen kontrolliert. Um zehn lösten uns Nina und Ute ab. Wir taten uns schon an den ersten Fröschen gütlich, als Olli uns überredete um elf nochmal auf die traditionelle Schokolade an Deck zur Wache zu gehen, was wir dann auch taten. An Deck tat sich mittlerweile schon einiges. Im Laufe des Törns hatten einige Mitsegler zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut. Nun mussten wir schon gewisse Laufwege nehmen, um nicht in dieser lauen Sommernacht über in Decken eingewickelte Pärchen zu stolpern. Oder doch - je nachdem was einem mehr Spaß machte.
Am darauffolgenden Tag brachten wir die Alex zunächst an die Pier. Der Kapitän hatte vertrauensvolle Informationen erhalten, dass ausreichend Tiefgang vorhanden sei. Dann stand unser nächster Ausflug an. Also wieder alle auf die Jeeps und los ging es. Auf den Monte Gordo einen – hoffentlich – erloschenen Vulkan sollte es gehen. Die Insel zeigte sich uns von einer ganz anderen Seite. War am Vortag noch alles von Kargheit und Steppe dominiert, waren wir nun in den grünen Teil der Insel angelangt. Die Temperaturen sanken, es gab Wolken und alles war grün. Der Weg zum Vulkan war steil, sehr steil. Einige unserer Jeeps mussten aufgeben und fuhren ohne Passagiere den Berg hinauf. Unser Wagen hätte es theoretisch geschafft, wenn nicht hinter einer Kurve plötzlich unser vorfahrender Jeep stand, der aufgab und angeschoben wurde. So würgte unser Fahrer sein Gefährt ab und musste zurückrollen um noch mal ohne uns Anlauf zu nehmen. Wir konnten dann aber wieder aufspringen und wurden zum Eingang des Nationalparks gefahren. Dort warteten wir auf weitere rotköpfige, hellhäutige Hobby-Segler, die keuchend den Berg zu Fuss hoch kamen. In letztere sollten wir uns alle wieder verwandeln, denn zum Kraterrand wollten wir wandern. Ich lief vorweg, da ich hoffte als erster noch etwas Ruhe und Natur vorzufinden, was sich auch bestätigte. Gemeinsam mit Nina und Olli erreichten wir als erste den Kraterrand und da wir gerade so schön in Fahrt waren, gingen wir einen kleinen Naturweg durch herrliche Vegetation weiter, bis von hinten Horst der Angler uns zurück rief. Wir wären schon zu weit. Schade, immer wenn es schönsten ist. Dabei waren wir uns einig, es sah aus wie im botanischen Garten. Die meisten Pflanzen erkannten wir als typische Büropflanzen wieder.
Ein kleines Dorf an der Nordküste war unser nächstes Ziel. Auch die Bewohner dort schauten etwas irritiert, als aus heiterem Himmel plötzlich fünf Jeeps voll mit mittlerweile nicht mehr so hellhäutigen und auch noch nicht rotköpfigen Hobby-Seeleute in ihr beschauliches Dorf am Sonntag nachmittag einfielen und sich anschickten den lokalen Supermarkt zu plündern. Der Supermarkt war eigentlich ein sehr kleiner Laden, in dem über die Theke verkauft wurde. Zunächst gingen erstmal sämtliche noch vorrätigen kalte Biere über den Ladentisch und etliche Rollen Kekse. Dann fiel das Wort Grogue. Davon hatten wir schon gehört. Es handelte sich um einen kapverdischen Schnaps, der aus Zuckerrohr hergestellt wird. Es gibt kommerzielle Brennereien, die den Grogue herstellen, aber in dem Dorf wurde anscheinend noch selbst gebrannt. Der Mann hinterm Tresen holte eine Martini-Flasche vom Regal und füllte ein paar Gläser. Mein Entdeckerdrang war geweckt. Ich kostete den Selbstgebrannten und er war gut, sehr gut. Mild wie eine alter Cognac und im Geschmack wie eine Mischung aus Tequila und Rum.
Mittlerweile war es früher Nachmittag und wir machten uns auf den Rückweg, denn es war noch einiges geplant. In Taraffel war es wieder gefühlte zwanzig Grad wärmer. Ein Grillfest wurde vorbereitet und alle dazu benötigten Utensilien an einen Strand gebracht. Es gab Bier, Bowle, jede Menge leckere Salate und es wurden Steaks und Fisch gegrillt. Wäre der Sand weiß, der Strand sauber und ein paar Schatten spendende Pflanzen mehr da gewesen, wäre es perfekt. Aber unsere Köche hatten es mit ihrem köstlichen Mahl abermals geschafft uns kulinarisch zu verwöhnen und ich konnte sogar mal ein wenig Frisbee spielen. Nina zeigte sich sehr talentiert. Eine besondere Abrundung des Abends bereitete uns der Bootsmann, der mit seiner ausgelegten Weihnachtsbeleuchtung nach Sonnenuntergang eine ganz eigene Stimmung schaffte. Kritiker unter uns vermissten nur noch die Disco-Kugel.
Am nächsten Tag wollten wir zu einem nahe gelegenen Strand fahren, den unser lokaler Führer unserem Kapitän empfohlen (wohl besser: aufgeschwatzt) hatte, um dort zu baden. Demzufolge legten wir früh ab und segelten ostwärts. Da der Wind ebenfalls aus der Richtung kam, hatten wir einiges zu tun mit Segel setzen und brassen. Bis zum Ende unserer Wache war immer noch kein Strand in Sicht und ein Blick in meinen Reiseführer verriet mir, dass der einzige erwähnte Strand der Insel der war, an dem wir am Tag zuvor gegrillt hatten, der Rest der Insel hat eigentlich nur ins Meer fallende Steilküsten. Leider hatte der Reiseführer Recht und der Kapitän entschied alle Segel einzuholen und mit Motor gegen den Wind direkt nach Sal zu fahren, um dort an der Südspitze den letzten Tag des Törns zu verbringen.
Die Nachtwache war eigentlich nicht mehr nötig, da wir unter Motor fuhren und keine Segelmanöver anlagen. Wir blieben trotzdem vollzählig an Bord, werteten den Törn aus und gaben nochmal die eine oder andere Geschichte zum Besten. Die beiden Köche kamen noch an Bord und einer stellte sich ans Ruder, während uns der andere mit Käsespießen verwöhnte. Zum letzten Mal gab es von Heinz die obligatorische Schokolade. Das letzte gemeinsame Wachbier beendete unsere letzte Nachtwache.
Am Morgen lagen wir vor Santa Maria, einem typischen Urlaubsort mit Hotels und regen Strandleben. Nach dem Mittag ließ ich mich mit einigen anderen an den kilometerlangen weißen Strand ausschiffen. Sandra blieb an Bord. Wir hatten vor, an diesem Strand noch ein paar Tage Urlaub zu machen und so war keine Eile nötig. Ein fauler Strandtag wurde es. Fast die ganze Crew war an Land. Nachdem wir den Strand fast komplett abgelaufen waren lagen wir vor dem Hotel Morabeza, badeten und bräunten uns.
Die Sonne schien und es war heiß. Kein Wunder, dass mit der Zeit der Wunsch nach einem kühlen Bier in einigen aufkam. Dies hatte Haui, einer unserer Matrosen, erkannt und sich etwas ganz besonderes ausgedacht. Er ließ sich von der Alex mit dem Schlauchboot übersetzen und hatte einen Kasten Becks dabei. Etwa dreissig Meter vorm Strand nahm er nun den Kasten auf seine Schulter und ließ sich damit wie in einem Werbespot rückwärts ins Wasser plumpsen. Haui merkte nun, dass seine Idee wohl doch nicht so toll war. Er konnte nur mit einem Arm schwimmen und der Kasten wurde anscheinend immer schwerer. Er bekam kaum noch Luft und drohte unterzugehen. Wir an Land machten uns große Sorgen – ums Bier. Also sprang unser Bootsmann in die Fluten und rette den Kasten. Als Haui endlich Grund unter den Füßen hatte, bekam er den Kasten zurück und stapfte stolz mit dem Kasten Bier auf den Schultern aus den Fluten. Es war wieder ein Bild wie aus einem Werbespot, nur dass der Pappkarton in dem die Biere waren, sich teilweise schon aufgelöst hatte und hinter seinem Rücken die ersten Flaschen heraus und ins Wasser fielen. Der Bootsmann sammelte die aber wieder ein und wir atmeten auf. Trotzdem ein herrliches Bild. Spätestens jetzt hatten wir die Aufmerksamkeit am Strand ganz für uns. Die Aktion war noch lange Gesprächsthema.
Der letzte gemeinsame Abend stand an, welcher traditionsgemäß das Captains Dinner beinhaltete. Die Köche zogen nochmals sämtliche kulinarische Register. Es gab Roastbeef, Langusten, Rinderfilet und Früchte in Zitronengratin. Dazu Wein aus Flaschen. Wein aus Flaschen – was ist daran besonderes werden sich einige fragen. Heinz, unser Weinhändler an Bord, der nebenbei auch noch Steuermann war, hatte in Grand Canaria einige Paletten Wein in Tetra-Packs gebunkert und an Bord weiter verkauft. So saßen abends oft die Nicht-Bier-Trinker mit ihrem Karton in geselliger Runde und genossen ihren Carbernet de Carton oder den Sauvignon Papp. Sie hatten ihren Genuss und andere ihren Spaß.
Nach dem Essen wurde auf Deck die Musik angemacht und in die Nacht getanzt. Dabei stellte sich heraus, dass die DSST mal dringend in eine funktionierende Musikanlage investieren sollte. Was machen die während der Werftzeit? Unterstützt durch Alkohol und die Hormone schien dies einigen nicht sonderlich zu stören. So war es ein schöner Abend und ein würdiger Abschluss des Törns.
Auf den festlichen Abend folgte ein arbeitsreicher Morgen. Klarschiff war angesagt und jeder bekam eine Aufgabe, die mit der Sauberkeit des Schiffes zu tun hatte. Einige Tätigkeiten erinnerten allerdings auch an Beschäftigungstherapie. Wie auch immer gegen zehn Uhr waren wir fertig und das Schiff glänzte. Wie verrückt muss einer sein, der viel Geld für einen Urlaub ausgibt und dann auch noch freiwillig schuftet?
Wieder legten wir unter Segeln ab und segelten in nördliche Richtung. Die uns nachfolgende Wache hatte noch mal richtig viel zu tun. Sie fuhren noch eine Halse und mussten einiges an Segel setzen und einholen. Tja, für uns nichts besonderes, aber für die anderen Wachen waren das schon ungewohnte Tätigkeiten. Wir unterstützten sie aber tatkräftig mit Tipps und Kommentaren. Ja, wir waren so selbstlos.
Alles hat ein Ende und so kam die große Abschiedszeremonie. Sandra und ich ließen uns mit dem ersten Shuttle-Schiff zum Hafen von Palmeira übersetzen und verabschiedeten uns zunächst von den Mitseglern, die an Bord blieben und dann von denen, die schon mit zum Hafen kamen und dort in einer Kneipe auf den Rest warten wollten.