Drei Wochen im Kinder Paradies

oder: falsche Kamelle für die Strauße

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Prolog

Der Beginn des Straßenkarnevals in Köln ist für viele das Highlight des Jahres. Unser kleiner Mann ging Weiberfastnacht morgens als Magier verkleidet in seinen Kindergarten und saß abends aufgeregt in einem Airbus auf dem Weg nach Afrika. Ob er dachte er könne wirklich zaubern?

Nach drei Jahren Abstinenz war unsere Sucht so stark, dass wir rückfällig wurden und uns auf den Weg nach Südafrika machten. Mittlerweile waren wir eine echte Kleinfamilie, die drei Sitzplätze im Flugzeug brauchte, aber auch nicht mehr so viel Gepäck wie es für eine Reise mit einem Baby nötig war. Ohne Kinderwagen und Reisebett aber mit viel Vorfreude starten wir im Februar unseren dreiwöchigen Sommerurlaub.

Hout Bay

Die Lufthansa hatte jahrelang einen bequemen Direktflug von Frankfurt nach Kapstadt. Wir haben ihn gern genutzt. Bequem mit dem Auto zum Flughafen, einchecken, Abflug am Abend, Landung am Morgen, Urlaub startet. Auf Grund von Nachtflugprotesten wurde unser bereits gebuchter Flug umgebucht mit Zwischenstopp in München. Für uns ein zusätzlicher Stressfaktor, für unseren Sohn doppelter Spaß. Jeder Flug war für ihn ein Abenteuer. Er saß in seinem Auto-Kindersitz, den wir mit ins Flugzeug nahmen und konnte so gut aus dem Fenster schauen.

Der Flug von Frankfurt nach München dauert normal nur so vierzig Minuten. Etwa nach dieser Zeit kam auch zum ersten Mal die Stimme aus dem Cockpit. Wir müssten noch ein wenig über Bayern kreisen, da es in München geschneit hätte und die Landebahnen erst geräumt werden. Unser Anschlussflug sollte knapp eine Stunde nach unserer Landung starten. Aber man beruhigte uns: zuerst werden die Flugzeuge in der Warteschleife landen, bevor irgendwelche am Boden wartenden starten dürfen. So war es auch. Mit einer einstündigen Verspätung landeten wir und mit einer fast zweistündigen Verspätung – inklusive Enteisen – starteten wir kurz vor Mitternacht nach Kapstadt.